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Hesekiel 12Schlachter 1951 (SCH1951)

Sinnbildliche Darstellung der Deportation

12 Und das Wort des Herrn erging an mich also: Menschensohn, du wohnst inmitten eines widerspenstigen Hauses, welches Augen hat zum Sehen und doch nicht sieht, Ohren zum Hören und doch nicht hört; denn sie sind ein widerspenstiges Haus.

Darum, du Menschensohn, mache dir Wandergeräte und ziehe bei Tage vor ihren Augen aus. Vor ihren Augen sollst du von deinem Wohnort an einen anderen Ort ziehen; vielleicht werden sie es bemerken, denn sie sind ein widerspenstiges Haus. Du sollst dein Geräte wie Wandergeräte bei Tage vor ihren Augen heraustragen; du aber sollst des Abends vor ihren Augen hinausziehen, wie man auszieht, wenn man auswandern will. Du sollst vor ihren Augen die Wand durchbrechen und dein Geräte dadurch hinaustragen. Du sollst es vor ihren Augen auf die Schulter nehmen und es in der Finsternis hinaustragen. Verhülle aber dein Angesicht, daß du das Land nicht sehest; denn ich habe dich zum Zeichen gemacht für das Haus Israel.

Da tat ich so, wie mir befohlen war; mein Gerät brachte ich wie Wandergeräte bei Tag hinaus; und am Abend durchbrach ich mit der Hand die Wand; da es aber finster ward, nahm ich es auf meine Schulter und trug es vor ihren Augen hinaus.

Aber am Morgen früh erging das Wort des Herrn an mich also:

Menschensohn, hat nicht das widerspenstige Haus Israel zu dir gesagt: „Was tust du da?“ 10 Sage zu ihnen: So spricht Gott, der Herr: diese Weissagung gilt Jerusalem und dem ganzen Hause Israel, welches darin ist.

11 Sage: Ich bin für euch ein Wahrzeichen!
Wie ich getan habe, so soll es ihnen gehen!
In die Verbannung, in die Gefangenschaft müssen sie wandern!
12 Und der Fürst, der in ihrer Mitte ist,
wird seine Schulter beladen und sich im Finstern davonmachen.
Man wird durch die Mauer brechen, um ihn da hinauszuführen;
er wird sein Angesicht verhüllen,
daß er mit seinen Augen das Land nicht ansehen müsse.
13 Ich will auch mein Garn über ihn ausspannen,
und er wird in meinem Netz gefangen werden;
und ich will ihn gen Babel führen, in das Land der Chaldäer;
aber er wird es nicht sehen und soll daselbst sterben.
14 Und alles, was um ihn her ist, seine Helfer
und seine Truppen, will ich in alle Winde zerstreuen
und das Schwert hinter ihnen zücken.
15 Dann werden sie erkennen, daß ich der Herr bin,
wenn ich sie unter die Heiden zerstreut
und in die Länder verjagt habe.
16 Und ich will von ihnen einige Männer übriglassen
vom Schwerte, vom Hunger und von der Pest,
damit sie unter den Heiden, unter welche sie kommen,
alle ihre Greuel erzählen
und erfahren, daß ich der Herr bin.

17 Und das Wort des Herrn erging an mich also:

18 Menschensohn, du sollst dein Brot mit Zittern essen
und dein Wasser mit Furcht und Sorgen trinken;
19 und du sollst zu dem Volke des Landes sagen:
So spricht Gott, der Herr,
zu den Einwohnern Jerusalems, zum Land Israel.
Sie müssen ihr Brot mit Sorgen essen
und ihr Wasser mit Entsetzen trinken,
weil ihr Land von aller seiner Fülle entsetzlich verödet wird,
wegen des Frevels aller derer, die darin wohnen.
20 Die bewohnten Städte sollen wüste
und das Land öde werden,
damit ihr erfahret, daß ich der Herr bin!

21 Und das Wort des Herrn erging an mich also:

22 Menschensohn, was ist das für ein Sprichwort,
welches ihr im Lande Israel brauchet, indem ihr sprecht:
Die Tage ziehen sich hinaus,
und es wird nichts aus allen Gesichten!
23 Darum sprich zu ihnen:

So spricht Gott, der Herr:

Ich will diesem Sprichwort ein Ende machen,
daß man es in Israel nicht mehr brauchen soll!
Du aber sprich zu ihnen:
Die Tage sind nahe,
und jedes Wort der Weissagung trifft ein!
24 Denn es soll hinfort kein lügenhaftes Gesicht
und keine schmeichelhafte Wahrsagung mehr geben
inmitten des Hauses Israel!
25 Denn ich, der Herr, rede;
was ich sage, das soll geschehen
und nicht weiter verzögert werden.
Ja, ich will zu euren Zeiten, du widerspenstiges Haus,
ein Wort reden und es vollbringen,
spricht Gott, der Herr.

26 Weiter erging des Herrn Wort an mich also:

27 Menschensohn, siehe, das Haus Israel spricht also:
„Das Gesicht, welches er gesehen hat, erfüllt sich noch lange nicht,
und er weissagt von fernen Zeiten!“

28 Darum sage zu ihnen:

Also spricht Gott, der Herr:
Keines meiner Worte soll mehr verzögert werden;
das Wort, welches ich gesprochen habe, soll geschehen,
spricht Gott, der Herr.

Schlachter 1951 (SCH1951)

Copyright © 1951 by Geneva Bible Society

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