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Sprüche 7Schlachter 1951 (SCH1951)

Der unverständige Jüngling - Opfer der Ehebrecherin

Mein Sohn, bewahre meine Rede
und birg meine Gebote in dir!
Beobachte meine Gebote, so wirst du leben,
und bewahre meine Lehre wie einen Augapfel!
Binde sie an deine Finger,
schreibe sie auf die Tafel deines Herzens!
Sprich zur Weisheit: Du bist meine Schwester!
und sage zum Verstand: Du bist mein Vertrauter!
daß du bewahrt bleibest vor dem fremden Weibe,
vor der Buhlerin, die glatte Worte gibt!
Denn als ich am Fenster meines Hauses
durch das Gitter guckte
und die Einfältigen beobachtete,
bemerkte ich unter den Söhnen einen unverständigen Jüngling.
Der strich auf der Gasse herum, nicht weit von ihrem Winkel,
und betrat den Weg zu ihrem Haus
in der Dämmerung,
beim Einbruch der Nacht, da es dunkelte.
10 Siehe, da lief ihm ein Weib entgegen
im Hurenschmuck und verschmitzten Herzens,
11 frech und zügellos.
Ihre Füße können nicht zu Hause bleiben;
12 bald auf der Straße, bald auf den Plätzen,
an allen Ecken lauert sie.
13 Die ergriff und küßte ihn,
und mit unverschämter Miene sprach sie zu ihm:
14 „Ich war ein Dankopfer schuldig,
heute habe ich meine Gelübde bezahlt
15 darum bin ich ausgegangen dir entgegen,
um eifrig dein Angesicht zu suchen, und ich fand dich auch!
16 Ich habe mein Lager mit Teppichen gepolstert,
mit bunten Decken von ägyptischem Garn;
17 ich habe mein Bett besprengt
mit Myrrhe, Aloe und Zimt.
18 Komm, wir wollen der Liebe genießen bis zum Morgen,
uns an Liebkosungen ergötzen!
19 Denn der Mann ist nicht zu Hause,
er hat eine weite Reise angetreten,
20 er hat den Geldbeutel mitgenommen
und kommt erst am Tage des Vollmonds wieder heim.“
21 Durch ihr eifriges Zureden machte sie ihn geneigt
und bewog ihn mit ihren glatten Worten,
22 so daß er ihr plötzlich nachlief,
wie ein Ochse zur Schlachtbank geht
und wie ein Gefesselter zum Narrenhaus -
23 bis ihm der Pfeil die Leber spaltet - ,
wie ein Vogel ins Netz hinein fliegt
und nicht weiß, daß es ihn sein Leben kostet!
24 So schenkt mir nun Gehör, ihr Söhne,
und merkt auf die Reden meines Mundes!
25 Dein Herz neige sich nicht ihren Wegen zu,
und verirre dich nicht auf ihre Pfade;
26 denn sie hat viele verwundet und zu Fall gebracht,
und gewaltig ist die Zahl ihrer Opfer.
27 Wege zur Unterwelt sind ihr Haus,
führen hinab zu den Kammern des Todes!

Schlachter 1951 (SCH1951)

Copyright © 1951 by Geneva Bible Society

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