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Jesaja 57Schlachter 1951 (SCH1951)

Weg des Gehorsams, Weg der Auflehnung

57 Der Gerechte kommt um, und kein Mensch nimmt es zu Herzen;
und begnadigte Männer werden hinweggerafft, ohne daß jemand bemerkt,
daß der Gerechte vor dem Unglück weggerafft wird.
Er geht zum Frieden ein;
sie ruhen auf ihren Lagern,
ein jeder, der gerade Wege ging.
Ihr aber, kommt hierher, ihr Kinder der Zauberin,
Same des Ehebrechers und der, die Unzucht getrieben hat!
Über wen wollt ihr euch lustig machen?
Gegen wen wollt ihr das Maul aufsperren
und die Zunge herausstrecken? Seid ihr nicht Kinder der Übertretung,
ein falscher Same?
Ihr erglüht für die Götzen unter jedem grünen Baum,
ihr opfert die Kindlein an den Bächen
unter Felsenklüften.
Bei den glatten Bachsteinen ist dein Teil;
sie sind dein Los;
ihnen hast du auch Trankopfer ausgegossen
und Speisopfer dargebracht;
sollte ich mich darüber trösten?
Du hast dein Lager auf einen hohen und erhabenen Berg gestellt;
auch dort bist du hinaufgestiegen und hast Opfer gebracht;
und hinter Tür und Pfosten hast du dein Andenken gesetzt;
denn du hast dich von mir abgewandt,
du bist hinaufgestiegen und hast dein Bett weit gemacht
und dir von ihnen [den Buhlerlohn] ausbedungen;
du liebtest ihren Umgang, beachtetest ihren Wink.
Du bist zum Könige[a] gezogen, in Öl gebadet,
und hast dich fleißig gesalbt;
du hast deine Boten in die weiteste Ferne geschickt
und dich erniedrigt bis zum Totenreich.
10 Du bist müde geworden von der Menge deiner Wege,
hast aber nicht gesagt: Es ist vergeblich!
Du hast noch Lebensunterhalt gefunden,
darum wurdest du nicht matt.
11 Vor wem hast du dich so gescheut und gefürchtet, daß du mich verleugnet
und meiner nicht mehr gedacht hast und ich dir gänzlich aus dem Sinn gekommen bin?
Habe ich nicht dazu geschwiegen, und das seit langer Zeit?
Aber du willst mich doch nicht fürchten!
12 Darum will ich jetzt deine Gerechtigkeit und deine Taten bekanntmachen;
sie werden dir nichts nützen!
13 Wenn du dann schreist, so mögen dich die erretten, die du gesammelt hast;
aber ein einziger Windstoß wird sie alle davontragen, ein Hauch wird sie wegnehmen.
Wer aber auf mich vertraut, der wird das Land ererben
und meinen heiligen Berg besitzen.

Verheißungen für den Demütigen

14 Und er wird sagen: Machet Bahn, machet Bahn! Ebnet den Weg!
Hebet jeden Anstoß aus dem Wege meines Volkes!
15 Denn also spricht der Hohe und Erhabene,
der ewig wohnt und dessen Name heilig ist:
In der Höhe und im Heiligtum wohne ich
und bei dem, welcher eines zerschlagenen und gedemütigten Geistes ist,
auf daß ich belebe den Geist der Gedemütigten
und das Herz der Zerschlagenen erquicke.
16 Denn ich hadere nicht ewig
und zürne nicht ohne Ende;
denn ihr Geist würde vor mir verschmachten
und die Seelen, die ich gemacht habe.
17 Über seine sündhafte Habgier ward ich zornig, und ich schlug ihn,
verbarg mich und zürnte;
da wandte er sich noch weiter ab auf seinen selbsterwählten Wegen.
18 Seine Wege habe ich gesehen;
dennoch will ich ihn heilen
und ihn leiten
und ihm und seinen Trauernden mit Tröstungen vergelten,
19 indem ich Frucht der Lippen schaffe:
Friede, Friede den Fernen und den Nahen, spricht der Herr;
ja, ihn will ich heilen!
20 Aber die Gottlosen sind wie das aufgeregte Meer,
welches nicht ruhig sein kann,
dessen Wellen Kot und Unrat auswerfen.
21 Keinen Frieden, spricht mein Gott, gibt es für die Gottlosen!

Footnotes:

  1. Jesaja 57:9 Zum König..., zum König von Assyrien, dessen Hilfe Israel mit Geschenken zu erkaufen suchte. (LS)
Schlachter 1951 (SCH1951)

Copyright © 1951 by Geneva Bible Society

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