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Habakuk 2 Schlachter 1951 (SCH1951)

Glaubenshaltung des Propheten

Auf meine Warte will ich treten
und mich stellen auf den Turm,
damit ich erspähe und sehe, was er mir sagen wird
und was für eine Antwort ich auf meine Klage bekommen werde.

Da antwortete mir der Herr und sprach:

Schreibe das Gesicht nieder
und grabe es auf Tafeln,
damit man es geläufig lesen kann!
Denn das Gesicht gilt noch für die bestimmte Zeit
und eilt dem Ende zu und wird nicht trügen;
wenn es verzieht, so harre seiner,
denn es wird gewiß kommen und sich nicht verspäten.
Siehe, der Aufgeblasene, - unaufrichtig ist seine Seele in ihm;
aber der Gerechte wird durch seinen Glauben leben[a].

Der Unterdrücker wird gerichtet

Und dazu kommt noch der tückische Wein.
Der Mann wird übermütig und bleibt nicht ruhig;
er wird so begehrlich wie der Scheol
und unersättlich wie der Tod,
daß er alle Völker zu sich sammeln
und alle Nationen an sich ziehen will.
Werden nicht diese alle einen Spruch über ihn machen
und ein Spottlied in Rätseln auf ihn dichten?
Man wird sagen:
Wehe dem, der sich bereichert mit fremdem Gut -
wie lange noch? -,
der sich mit Pfandgut beschwert!
Werden nicht plötzlich aufstehen, die dich betreiben werden,
und aufwachen, die dich peinigen werden,
so daß du ihnen zur Beute wirst?
Denn wie du viele Völker geplündert hast,
so sollen alle übriggebliebenen Völker dich plündern
wegen des vergossenen Menschenblutes
und der Vergewaltigung des Landes,
der Stadt und aller ihrer Bewohner!
Wehe dem, der nach bösem Gewinn trachtet für sein Haus,
um dann sein Nest in der Höhe anzulegen
und sicher zu sein vor der Hand des Bösewichts!
10 Du hast beschlossen, was deinem Haus zur Schande gereicht,
die Vertilgung vieler Völker,
und durch deine Sünden hast du deine Seele verwirkt.
11 Ja, der Stein wird aus der Mauer heraus schreien
und die Sparre im Holzwerk ihm antworten.
12 Wehe dem, der die Stadt mit Blut baut
und die Burg mit Ungerechtigkeit befestigt!
13 Siehe, kommt es nicht vom Herrn der Heerscharen,
daß Völker fürs Feuer arbeiten
und Nationen für nichts sich abmühen?
14 Denn die Erde wird voll werden der Erkenntnis der Herrlichkeit des Herrn,
gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken.
15 Wehe dem, der seinem Nächsten zu trinken gibt aus dem Becher seines Grimms
und ihn sogar trunken macht,
damit er seine Blöße sehe!
16 Du hast dich von Schande gesättigt, statt von Ehre;
so trinke auch du und entblöße dich.
Die Reihe wird auch an dich kommen, den Becher zu nehmen aus der rechten Hand des Herrn,
und Schande wird fallen auf deine Herrlichkeit.
17 Denn der Frevel am Libanon wird auf dir lasten,
und die Verheerung der wilden Tiere wird dich schrecken,
um des vergossenen Menschenblutes willen
und wegen der Vergewaltigung des Landes,
der Stadt und aller ihrer Bewohner.
18 Was nützt ein gemeißeltes Bild, daß der Bildhauer es geschaffen hat,
ein gegossenes Bild und ein Lügenlehrer dazu?
Denn der es gemacht hat, vertraut auf sein eigenes Machwerk,
so daß er stumme Götzen verfertigt.
19 Wehe dem, der zum Holz spricht: «Wache auf!»
und zum stummen Stein: «Stehe auf!»
Kann er lehren?
Siehe, er ist in Gold und Silber gefaßt,
und es ist gar kein Geist in ihm!
20 Aber der Herr ist in seinem heiligen Tempel, -
stille sei vor ihm alle Welt!

Footnotes:

  1. Habakuk 2:4 Rö 1:17; Ga 3:11; He 10:38
Schlachter 1951 (SCH1951)

Copyright © 1951 by Geneva Bible Society

Habakuk 2 Hoffnung für Alle (HOF)

Jetzt will ich meinen Platz auf dem Turm an der Stadtmauer einnehmen. Dort halte ich wie ein Wachposten Ausschau und warte gespannt darauf, was der Herr mir auf meine Klage antworten wird.

Der Hochmütige wird zugrunde gehen!

Der Herr sprach zu mir: »Was ich dir in dieser Vision sage, das schreibe in deutlicher Schrift auf Tafeln nieder! Jeder, der vorübergeht, soll es lesen können. Denn was ich dir jetzt offenbare, wird nicht sofort eintreffen, sondern erst zur festgesetzten Zeit. Aber es wird sich ganz bestimmt erfüllen, darauf kannst du dich verlassen. Warte geduldig, selbst wenn es noch eine Weile dauert! Dies ist, was du schreiben sollst:

Nur der wird leben, der Gottes Willen tut und ihm vertraut.[a] Wer aber hochmütig und unaufrichtig ist, verfehlt sein Ziel. Wer sich auf seine Reichtümer verlässt, betrügt sich selbst.[b] Der Hochmütige wird zugrunde gehen, auch wenn er sein Maul so weit aufreißt wie das Totenreich und so unersättlich ist wie der Tod, ja, selbst wenn er jetzt noch ein Volk nach dem anderen verschlingt.«

Drohworte gegen einen mächtigen Herrscher

Eines Tages werden die eroberten Völker ein Spottlied über ihren Feind anstimmen. Mit ihren Anspielungen werden sie sich über ihn lustig machen und rufen:

»Wehe dir! Denn du hast fremden Besitz an dich gerissen. Wie lange soll das noch so weitergehen? Du bereicherst dich, indem du Pfand von anderen forderst. Doch mit einem Mal werden sie alles mit Zinsen von dir zurückfordern. Du wirst vor ihnen zittern – so wird der Räuber selbst zur Beute! Wie du ganze Völker ausgeraubt hast, so rauben sie dich dann aus. Sie zahlen dir heim, dass du so viele Menschen umgebracht und all ihre Städte und Länder verwüstet hast.

Wehe dir! Denn ständig willst du deinen Besitz vergrößern, und dabei ist dir jedes Mittel recht. Du tust alles, um dich sicher zu fühlen, über jede Gefahr erhaben wie ein Adler hoch oben in seinem Nest. Doch letzten Endes stürzt du dich und deine Familie damit nur ins Unglück. 10 Du hast beschlossen, viele Völker auszurotten, aber damit hast du dein Leben verwirkt! Es wird deinem Königshaus nichts als Schande einbringen! 11 Sogar die Steine in der Mauer schreien deine Untaten heraus, und die Sparren im Gebälk stimmen mit ein.

12 Wehe dir! Denn als du deine Stadt bautest, hast du viel Blut vergossen; deine Festung ist auf Unrecht gegründet. 13 Aber der Herr, der allmächtige Gott, hat das letzte Wort: Was Völker mühsam errichtet haben, hat keinen Bestand – ihre Bauwerke werden ein Raub der Flammen!

14 Wie das Wasser die Meere füllt, so wird die Erde einmal erfüllt sein von der Erkenntnis der Herrlichkeit des Herrn.

15 Wehe dir! Denn du hast deinen Nachbarvölkern einen Becher mit Gift[c] eingeschenkt. Sie taumelten wie Betrunkene, und du hast ihre Schande genossen. 16 Bald aber wirst du selbst vor Scham vergehen; dann ist es vorbei mit all deiner Herrlichkeit. Die starke Hand des Herrn wird dir den Becher reichen, der mit seinem Zorn gefüllt ist. Du musst ihn austrinken und wirst selbst entblößt[d]. So wird auch deine Ehre in den Schmutz gezogen.

17 Du hast den Libanon abgeholzt und sein Wild ausgerottet. Das kommt dich teuer zu stehen! Du hast Menschen umgebracht und all ihre Städte und Länder verwüstet; dafür wirst du büßen müssen.

18 Kann eine Götterfigur, die ein Mensch geschnitzt oder gegossen hat, ihm etwa helfen? Sie ist ein glatter Betrug! Wie kann jemand einem stummen Götzen vertrauen, den er selbst gemacht hat?

19 Wehe dir! Denn du sagst zu einem Stück Holz: ›Wach auf!‹, und zu einem toten Stein: ›Werde lebendig!‹. Kann denn ein solcher Götze einen guten Rat erteilen? Er ist mit Gold und Silber überzogen, aber er hat kein Leben in sich! 20 Der Herr dagegen wohnt in seinem heiligen Tempel. Seid still vor ihm, ihr Menschen auf der ganzen Welt!«

Footnotes:

  1. 2,4 Wörtlich: Der Gerechte wird durch seinen Glauben leben.
  2. 2,5 So nach einigen alten Handschriften. Der hebräische Text lautet: Der Wein ist trügerisch.
  3. 2,15 Oder: (einen Becher) voll Zorn.
  4. 2,16 Oder nach einigen alten Handschriften und Übersetzungen: stürzen.
Hoffnung für Alle (HOF)

Hoffnung für Alle® (Hope for All) Copyright © 1983, 1996, 2002 by Biblica, Inc.®

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